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30.03.2026

Liapor-Geoschüttung bei Pasenow Gegen Setzung gesichert

Im Zuge einer grundhaften Erneuerung erhielt die Landesstraße 281 bei Pasenow einen rund 200 Meter langen und knapp einen Meter starken Aufbau aus einer Liapor-Blähtonschüttung. Der leichte und stabile Unterbau reduziert den Auflastdruck des Straßenkörpers um rund 85 Prozent und sorgt dafür, dass hier künftig keine senkungsbedingten Instandsetzungsarbeiten mehr durchgeführt werden müssen.

Gesäumt von altem Baumbestand, führt die Landesstraße 281 zwischen Woldegk und Oertzenhof idyllisch durch die Felder, Wiesen und Wälder der Mecklenburgischen Seenplatte. Doch so schön der Streckenverlauf auch ist, so schlecht war bis vor Kurzem der Zustand der Straße. So wies sie Unebenheiten im Längs- und Querprofil, fortschreitende Rissbildung und großflächige Absenkungen auf und hatte damit schlichtweg das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. So beschloss das Straßenbauamt Neustrelitz als Bauherr und Planer, den rund 6,5 Kilometer langen Abschnitt im Herbst 2025 zu erneuern. Während der Großteil der Straße sich durch den verhältnismäßig einfachen Austausch der Asphalttrag- und -deckschicht instandsetzen ließ, erforderte hingegen das etwa 200 Meter lange Teilstück auf Höhe der Abzweigung Pasenow komplexere Maßnahmen: Die Straße quert hier eine natürliche Mulde und sank dort seit Jahrzehnten immer weiter ab. Genauso lang wurde auch immer wieder neu darüberasphaltiert, sodass die Asphaltschicht stellenweise bis zu 40 Zentimeter mächtig war – mit der Folge, dass der gesamte Bereich durch das zusätzliche Gewicht immer weiter absackte. Um diesen Prozess zu beenden, entschied man sich für die grundhafte Erneuerung des gesamten Abschnitts.

Im Fokus: Dauerhafte Stabilität
Im August 2025 begann das Straßenbauamt Neustrelitz die Arbeiten mit dem Rückbau der alten Fahrbahndecke. Anschließend wurde der gesamte 200 Meter lange und 6,50 Meter breite Abschnitt bis in eine Tiefe von 1,20 Meter ausgebaggert. Dabei wurden nicht nur die alten, an vielen Stellen gerissenen Asphaltschichten entfernt, sondern auch Granitsteine und Großpflaster früherer Straßen-Unterbauten sowie jede Menge Lehm und Ton zutage gefördert. Insgesamt wurden gut 3.000 Tonnen Material ausgehoben. Anschließend ging es darum, mit dem passenden Material einen ganz neuen Untergrund zu schaffen – und da entschied sich das Straßenbauamt Neustrelitz für eine Verfüllung mit Liapor-Blähton in Form einer ungebundenen Geoschüttung. „Das Hauptziel waren eine signifikante Reduktion des Auflastdrucks durch das geringe Gewicht der Blähtonschüttung und die Schaffung eines dauerhaft stabilen und tragfähigen Unterbaus“, erklärt Olaf Kühnert, Bauleiter der ausführenden RASK Brandenburg GmbH in Hoppegarten.

Lagenweise Verfüllung mittels Bagger
Im September 2025 erfolgte die Verfüllung des Abschnitts mit insgesamt 800 Kubikmetern Liapor CS 3 8/16 mm, hergestellt im tschechischen Liapor-Werk in Vintířov. Angeliefert wurde das Material in Chargen von rund 80 Kubikmetern per Schubboden-Lkws, die den Blähton in Zwischenlagern abluden. Die Verfüllung erfolgte dann mithilfe eines auf breiter Gummikette fahrenden Baggers, der vor Kopf das Material einbrachte, verteilte und glättete. Insgesamt betrug die Mächtigkeit der Liapor-Schicht 90 Zentimeter. Der Eintrag erfolgte lagenweise in Form zweier jeweils 45 Zentimeter starker Blähtonschichten. Beide wurden jeweils in ein Geotextil eingeschlagen, um zusätzliche Stabilität zu schaffen und ein Einschwemmen von Fremdpartikeln in die Schüttung zu verhindern. Darauf folgte eine 20 bis 30 Zentimeter starke Natursteinschotterschicht, die den Unterbau verstärkte und auch kleinräumige Absenkungen ausglich, die kurz nach dem Eintrag der Blähtonschüttung noch auftraten. Den oberen Abschluss bilden zwei jeweils zehn Zentimeter starke Tragschichten, gefolgt von der vier Zentimeter mächtigen, abschließenden Asphaltschicht.

Über 1.700 Tonnen Gewichtseinsparung
Ende September 2025 waren alle Arbeiten abgeschlossen und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben. „Die Maßnahme war verhältnismäßig aufwendig, hat aber gut funktioniert“, so das Fazit von Bauleiter Olaf Kühnert. „Mit ihrer geringen Schüttdichte von ca. 325 kg/m³ ist die Liapor-Blähtonschüttung deutlich leichter als der alte Untergrund mit einer geschätzten Dichte von mindestens 2.200 kg/m³. Rein rechnerisch entlastet die Blähtonschüttung damit den Auflastdruck durch den Straßenkörper um über 1.700 Tonnen und damit um rund 85 Prozent. Damit sorgt sie dafür, dass hier künftig keine senkungsbedingten Instandsetzungsarbeiten mehr durchgeführt werden müssen.“


Abbildungen

Bild 1
Die rund 90 Zentimeter starke Liapor-Geoschüttung sorgt unter der Landesstraße 281 bei Pasenow für einen dauerhaft stabilen, tragfähigen Unterbau.
Bildnachweis: RASK Brandenburg GmbH
Abdruck in Verbindung mit dem Artikel und bei Urheberangabe honorarfrei

Bild 2
Auf die in Geotextil eingeschlagene Liapor-Schüttung folgte eine bis zu 30 Zentimeter starke Natursteinschotterschicht.
Bildnachweis: RASK Brandenburg GmbH
Abdruck in Verbindung mit dem Artikel und bei Urheberangabe honorarfrei

Bild 3
Die neu sanierte Landesstraße 281 war Ende September 2025 wieder für den Verkehr freigegeben.
Bildnachweis: RASK Brandenburg GmbH
Abdruck in Verbindung mit dem Artikel und bei Urheberangabe honorarfrei

 

Bildmaterial